Donnerstag, 22. Mai 2014

ARYA aus dem Hause "machwerk"

Dieser nette neue Taschenschnitt hat mich regelrecht mitgerissen! Anstatt eine Tasche zur Probe zu nähen, wie Frau machwerk mich gebeten hatte, wurden es gleich drei! Und das will bei mir etwas heißen, wo ich in puncto Taschen doch eigentlich weitestgehend monogam lebe.

Gebeten hatte mich die Meisterin um ein gequiltetes Exemplar ihrer neuesten Kreation. Gefragt, getan: Einen Arya aus Leinen, mit all-over-stippling.

Doch dann hatte mich der Arya-Virus voll im Griff und es folgten am selben Wochenende noch eine Variante aus Kunstleder...(das Material habe ich bereits vor ein paar Jahren mal über ebay gekauft)

...und eine aus einem dicken, gewebten Dekostoff mit coolem Zeitungsprint.

Bei der Ausgestaltung des Innenlebens der drei Taschen habe ich mich etwas zurückgehalten, deshalb waren meine Aryas dann auch in - für mich - rekordverdächtiger Zeit fertig. Sehr sympathisch!

Die Arya ist sehr unkompliziert zu nähen und mit ihrem Origami-Faltcharakter ein echtes Schätzchen, was das Aufwand:Wirkungs-Verhältnis betrifft, denn für die etwas bequemen Taschennäherinnen unter uns sei besonders lobend erwähnt, dass diese Tasche mit ihren absolut wenigen Einzelteilen wirklich zum Mehrfachnähen anregt :O)

Die einzigen Problemchen beim Nähen hatte meine Maschine bei der Kunstledertasche beim Absteppen der Außenkante des Taschendeckels. An den Stellen mit den zwischengefassten Laschen für die Taschengriffe musste die Nadel durch immerhin 8 (acht!) Lagen Kunstleder und darüber habe ich mein Maschinchen dann mit von Hand gedrehtem Antriebsrad dirigiert, um eine abgebrochene Nadel zu vermeiden. Grenzwertig - sehr grenzwertig! Der eine oder andere Stich wurde dann leider doch ausgelassen, aber im großen und ganzen bin ich mit dem Ergebnis zufrieden.

Etwas tricky war beim gequilteten Modell das Annähen der Taschenhenkel von Hand. Wegen des diagonalen Reißverschlusses, sind zwei der vier Kontaktstellen von Tasche und Henkeln einigermaßen schwer "zugänglich". Aber mit etwas Geduld und einer ordentlichen Portion Augenmaß wurden die Henkelenden dann letztlich doch dort platziert, wo sie hingehören. Besser gefällt mir persönlich jedoch die Variante mit den austauschbaren Henkeln, die mit Karabinern befestigt werden.

Mein Fazit: Eine schnell und relativ einfach zu nähende Tasche. Mit ihrem überraschenden Faltfaktor ein toller Hinkucker!
Cool - wirklich sehr cool!

Freitag, 25. April 2014

Blockstreifen - mal anders

Während des schönen langen vergangenen Osterwochenendes kam ich endlich dazu, ein Stoffschätzchen vom diesjährigen Frühlingsstoffmarkt in Ludwigsburg anzuschneiden: Ein graugrundiger feiner Jersey, mit teils eingestrickten, teils lose hängenden Jerseystreifen in petrol und Brauntönen.
Was daraus werden sollte, wusste ich von Anfang an: ein ganz schlicht geschnittenes Shirt, nach dem bereits bewährten Ottobre Modell Nr.2 "Wind" in der Ausgabe Frühling/Sommer 2009.

Wie geplant, so nun geschehen.
Die lose flatternden Streifen erlaubten beim Zuschneiden kein Zusammenlegen auf Stoffbruch, zu groß wäre das Risiko gewesen, dass Streifen nicht da zu liegen kommen, wo sie sollen und dann verschnitten werden. Also habe ich alles aus einlagigem Stoff zugeschnitten.
Das Modell "Wind" eignet sich für gestreifte Stoffe besonders gut, da der Shirtsaum schnurgerade dem Streifenmuster folgen darf und man beim Zuschneiden somit nicht auf den Streifenverlauf achten muss.

Die nächste Schwierigkeit bot der Stoff dann beim Zusammennähen. Im Grunde sah ich nur eine Möglichkeit, die flatterigen Streifen davon abzuhalten, ein Eigenleben zu entwickeln und der Naht bei jeder Gelegenheit zu entschlüpfen: Entlang aller Kanten habe ich die losen Schmalseiten der Streifen knappkantig innerhalb der Nahtzugaben mit einem farblich passenden Garn festgeheftet. Anschließend stellte die Verarbeitung kein Problem mehr dar!

Mein "Wind"Shirt ist genau so geworden, wie ich es mir erhofft hatte: sehr gemütlich und durch den Stoff ein bisschen was besonderes.

Den Ausschnitt habe ich wieder mit einem Beleg aus Webstoff genäht - für mich nach wie vor die beste Methode, einer schnellen, sauberen und formstabilen Ausschnittverarbeitung. Die Armabschlüsse bekamen ein schmales Bündchen - ebenfalls eine schnelle und saubere Lösung.

Alles in allem ein sehr unkompliziertes Shirt, für das ich nur aufgrund der zu bändigenden Streifen ungefähr doppelt so lang gebraucht habe, wie üblicherweise :O)

Mal sehen, vielleicht ist noch genug Stoff für eine kurzärmlige Variante übrig...

Montag, 14. April 2014

Gewickelte Punkte

Die Große hat sich auf dem letzten Stoffmarkt in Ludwigsburg zwei schöne Punktestöffchen mitgenommen und sich einen Schnitt aus einer 2007-er Burda ausgesucht. Nach genauerem Hinsehen, erwies sich der Schnitt als ein klein bisschen komplizierter, als sie sich das vorgestellt hatte und so habe ich das Shirt dann zu Ende genäht, nachdem sie die (lästige) Vorarbeit geleistet hatte: Schnitt kopieren und Stoff ausschneiden...

Nun freut sie sich über das neue Shirt und ich mich darüber, dass ich mal wieder was für sie nähen durfte :O) Wird ja immer seltener.

Sonntag, 6. April 2014

Waves Quilt

Nachdem uns dieses Wochenende nicht mit allzu schönem Wetter verwöhnte, kam ich dafür dazu, wieder einen Quilt zu vollenden. Ich nenne ihn "Waves" - weshalb, ist unschwer zu erkennen :O)

Ein - für meine Verhältnisse - ziemlich großer Quilt, mit seinen 240x200cm. Gedacht für ein Doppeltbett, wird er demnächst gemeinsam mit mir den Weg über den großen Teich nehmen, um dort als Geschenk überbracht zu werden. Freu' mich jetzt schon auf die Gesichter beim Auspacken!

Die weißen Flächen im Meanderstippling zu Quilten ging relativ fix - nur die ganze Stoffmasse zu bewegen war manchmal schon recht mühsam. Viel größer darf ein Quilt bei mir wirklich nicht mehr sein. Erschwerend kommt hinzu, dass meine Maschine mir beim Quilten immer wieder Probleme macht und der Unterfaden sich verhakt. Und das, obwohl ich sie wegen genau dieser Problematik unlängst in der Inspektion hatte. SEHR ärgerlich!

Und zu guter Letzt noch eine Ansicht von der Rückseite, die sich doch auch sehen lassen kann, oder?!

Da hat sich doch glatt jemand foppen lassen...

Stoffquelle: Stoffsalat + weißer Baumwollstoff von IKEA
Batting: Baumwollvlies von Freudenberg
Pattern: freestyle mit der 1/4-Kreisschablone

Montag, 24. März 2014

Draped Shirt "Elaine" nach Pattydoo

Ja, ich lebe... und nähe noch!

Gestern war mal wieder langersehnter Stoffmarkt in Ludwigsburg und der Nähgenerationenwechsel scheint langsam endgültig ein weiteres Mal vollzogen: Wo ich vor ein paar (gefühlt wenigen) Jahren noch mit der liebsten Nähfreundin verzückt von Stand zu Stand gezogen bin - immer auf der Suche nach den niedlichsten, buntesten Stöffchen für neue Kinderklamotten -, wir uns hin und wieder auf eine kleine Stärkungspause ins Lieblingsrestaurant/Café gesetzt und die erbeuteten Stöffchen begutachteten, da begleitet mich heute nicht mehr die Nähfreundin, sondern die eigene große Tochter, die nun kaum noch benäht werden will, sondern vielmehr lieber selbst die Schere schwingt und die Maschine rattern lässt. Und zwar ganz schön erfolgreich, wie ich (einigermaßen stolz) zugeben muss! Zur Verstärkung hatte die Tochter dann gleich noch eine ebenfalls stoffbegeisterte Freundin dabei und so zogen wir als Kleeblatt durch die Stände, berieten beim Mittagessen die weitere Einkaufsstrategie und hatten einen wunderschönen Tag! Wenigstens DAS ist beim alten geblieben!

Und nach der abendlichen Rückkehr, habe ich sofort noch ein Stöffchen vernäht, denn mit viel Überredungskunst und Mühe - und Unterstützung durch die Tochterfreundin - hatte ich die große Selbernäherin davon überzeugt, ihr ein "Elaine" Shirt nach diesem Ebook nähen zu dürfen. Der Stoff war letztlich dann doch noch abgesegnet worden und durfte zu eben diesem Zweck in meine Tasche wandern... Manchmal muss man die Menschen zu ihrem Glück zwingen!

Kaum war das Shirt fertig und anprobiert, wurde es auch schon spontan zum neuen Lieblingsshirt erklärt. Na, geht doch!!!

Eigentlich ist das Shirt für Streifenstoffe am besten geeignet, da kommt der Faltenwurf dann am besten zur Geltung. Da diese Wellenlinien aber ja auch waagerecht verlaufen, gefällt der Großen dieser Stoff auch ganz prima - und mir sowieso!

Mir gefallen die Ärmel und der Saum am besten mit angenähten Bundstreifen und im Grunde ist das fast genauso schnell genäht, wie einfache Säume. Einzig den Streifen am Halsausschnitt hätte ich noch um einiges mehr dehnen sollen, aber nun soll es so bleiben, wie es ist,... Den Ausschnitt habe ich vergrößert - seitlich jeweils um 3cm, und in der Tiefe auch nochmal 3-4cm.

Sonntag, 9. Februar 2014

Simplicity 2145

Meinen Vorsatz, mehr Kleider für mich zu nähen, habe ich angepackt, indem ich mir Anfang des Jahres einen Schwung Simplicity Schnitte in USA bestellt habe. Der Vorteil daran für mich ist eindeutig, dass Simplicity eine ordentliche Auswahl an Schnitten anbietet, in denen extra Schnittteile für größere Oberweiten bereits inkludiert sind. Sehr praktisch, denn da entfällt die aufwändige FBA, die ich ansonsten immer zuerst noch konstruieren muss.

Den ersten Versuch dieses Jahr habe ich dann jedoch mit Schnitt Nr. 2145 gemacht, der zum einen NICHT für größere Oberweiten gedacht und zum anderen eigentlich für gewebte Stoffe konzipiert ist.

Für mich hieß das also, im Oberteil mit Hilfe von Mrs Kathleen Cheethams "Adjust the bust" Tutorial eine FBA durchzuführen. In diesem Fall habe ich im Oberteil einen Brustabnäher eingebaut, wo zuvor überhaupt keiner vorgesehen war.
Mit etwas gutem Willen kann man den Abnäher auf diesem Foto trotz des dominanten Stoffmusters erkennen.

Nachdem ich erst NACH dem Zuschnitt gemerkt habe, dass der Schnitt für Webstoffe empfohlen wird und ich Lycrajersey für mein Modell verwendet hatte, war ich ziemlich skeptisch, ob das Experiment letzlich überhaupt tragbar sein würde.

Et voilà...

Experiment gelungen! Das Kleid ist sehr bequem und die FBA hat den gewünschten Zweck absolut erfüllt. Cheetham sei Dank!
Der Jersey Coupon, den ich verwendet habe, hat leider nicht für ganz lange Ärmel gereicht, daher musste ich mit einem uni Jersey stückeln. Ja, ich weiß: Dunkelblauer Jersey hätte besser gepasst, war aber leider nicht vorhanden. Und da ich das Kleid immer mit dunkelbraunen Stiefeln tragen werde, denke ich, dass auch der dunkelbraune Kombistoff okay ist.
Hinsichtlich des kleinen Wasserfallausschnitts bin ich im Grunde sogar froh, dass ich versehentlich den Jersey gewählt habe, damit fällt der Ausschnitt schön, obwohl er wirklich nicht besonder üppig ist.

Änderungen: Die bereits erwähnte FBA - die Ärmelvariante mit den seitlich abgesteppten Querfalten habe ich in der Weite zum Ärmelsaum hin um 4cm verschmälert, d.h. die Ärmel sind also 8cm enger, als das Original vorsieht! - die Länge des Kleides habe ich um gut 6cm reduziert - den hinteren Halsausschnittbeleg und die Ärmelsaumbelege habe ich aus Webstoff genäht, zwecks Formstabilität. Das war's!

Morgen wird das neue Stück auf seine Bürotauglichkeit getestet!

Mittwoch, 8. Januar 2014

Total kariert! - Burda 01/2004 - Modell 113

Das neue Jahr hat kaum angefangen, da habe ich mich auch schon an die Umsetzung meines einzigen Vorsatzes gemacht, nämlich mehr KLEIDER für mich zu nähen.

Zuerst müssen dafür natürlich die für meine Figur geeigneten Schnittmuster her und letztens fand ich dieses Kleid und war auf Anhieb schwer verliebt.
Bei ebay wurde ich glücklicherweise fündig und konnte die BURDA Ausgabe aus dem Jahr 2004 bestellen.

Ein Probeteil wollte ich auf jeden Fall zuerst nähen und da im Heft nicht nur das Kleid, sondern auch eine Blusenvariante von diesem Schnitt angeboten wird, entschied ich mich, zuerst einmal die Bluse zu nähen, denn um die Passform zu testen, sollte das ja eigentlich ausreichen.

Zu Weihnachten hatte ich von meiner Nähnerdfreundin griselda ein online-Seminar von Kathleen Cheetham - "Adjust the bust" - geschenkt bekommen. Anhand der damit brandneu erworbenen Kenntnisse habe ich am Schnitt eine FBA durchgeführt und muss sagen, ich glaube, ich war ziemlich erfolgreich! Zumindest passt das Probeblusenteil wie angegossen. Okay - mit ein bisschen WW würde sie etwas legerer passen, aber momentan muss es eben so gehen. Wichtig ist, der Sitz der Bluse überzeugt.

Als Probestoff kam ein Stoff zum Einsatz, den ich vor JAHREN von einer absoluten nichtnähenden Nachbarin geschenkt bekommen hatte, mit den Worten: "Du kannst sowas doch sicher irgendwie brauchen?!" - woraufhin das gute Stück dann in den tiefsten Tiefen meines Stofflagers verschwand, da ich es nach nur kurzem Hinsehen als recht gruselig empfunden hatte. Auf der Suche nach einem möglichen Stoff für das Probeteil nun fiel mir dieses karierte Etwas wieder in die Hände und siehe da, neben einem neuen Schnitt, inkl. FBA, bot sich auf diese Weise auch noch die Möglichkeit, einmal mein Glück bei der symmetrischen Verarbeitung von Karomustern zu versuchen. Wenn das nicht mal DIE Gelegenheit war!

Und was soll ich sagen? Vom Ergebnis bin ich nahezu restlos angetan! Aber seht selbst:

Und von hinten...

Und man beachte hier bitte den Musterverlauf VOM Kragen ÜBER das obere Rückenteil BIS hin zum unteren Rückenteil...ähem...! Und nur, weil es auf den Fotos nicht klar zu erkennen ist: Sogar die Manschetten sind mustertechnisch 100% symmetrisch. Jawohl! Wenn ich mich hiermit nicht als nähtechnischen Superstreber geoutet habe, dann weiß ich auch nicht.

Lediglich beim Zuschneiden der Knopfleisten konnte ich nicht mehr auf den passenden Musterverlauf achten, da ich schlicht kaum noch Stoff hatte. Das ist nun doch ein kleiner Wermutstropfen, aber ich will mal nicht so sein :O)

So - nun brauche ich nur noch den passenden Stoff für mein erstes Kleid nach diesem Schnitt!
Ändern werde ich daran dann nur eine Kleinigkeit an den Manschetten - die werden eine zusätzliche Falte bekommen, damit sie nicht so weit werden - und am Kragen. Kragen und Kragensteg sind für meinen Geschmack einen Tick zu groß, aber für diese Art von Änderung braucht man noch nicht mal ein online-Seminar...