Freitag, 3. Oktober 2014

Quilter's paradise

Eine kleine Warnung gleich vorweg: Dies ist mein längster Blog post EVER! Also nehmt Euch ein kleines bisschen Zeit!

Dieses Jahr war reisetechnisch für mich ein extrem ungewöhnliches. Zum einen war ich nach ziemlich langer Zeit zum ersten Mal zwei Wochen allein im Urlaub und zum anderen führte mich meine Reise nach New York und Washington, für mich das erste Mal USA überhaupt. Sehr spannend - schon allein die Vorfreude!

Reisen minutiös im voraus zu planen, ist eher nicht so mein Ding. Ein paar Ideen davon, was ich gern sehen würde, hatte ich für diese beiden großen Städte schon im Kopf, aber eher nach dem Motto "Nichts muss, alles kann".
In den vier Tagen, die ich in New York war, habe ich dann letztlich aber alles gesehen, was ich mir für meinen ersten Besuch dort gewünscht hatte:

Manhattan & Miss Liberty vom Wasser aus,

...den Highline park,...

...das 9/11 memorial,...

...einen Gospelgottesdienst in Harlem, mit fast 3 Stunden Dauer und einer mitreißenden Atmosphäre ein unvergessliches Erlebnis...

...Chinatown, Brooklyn bridge, 5th Avenue, Central Park,...

...und noch vieles mehr...

Das FlatironBuilding ist zwar superschön, aber eigentlich hatten es mir die Sonnenschirme aus meinem Marimekko Lieblingsstoff "unikko" besonders angetan :O)

Für Washington hatte ich ähnlich überschaubare Vorstellungen davon, was ich gern sehen würde und in den knapp 10 Tagen konnte ich alle meine Pläne in die Tat umsetzen:

Die Great Falls wollte ich sehen,...

...eine Memorial Tour durch Washington machen,...




Der Vater einer Kindergartenfreundin meiner Freundin ist in den letzten Tagen des Vietnamkrieges gefallen. Wir haben seinen Namen unter den tausenden Namen der gefallenen amerikanischen Soldaten gefunden...


Das Martin Luther King Denkmal ist mein Favorit unter den memorials in Washington...

...Kennedy's Grab auf dem Arlington Friedhof besuchen,...


...mich mit einem alten Freund treffen, den ich seit über 20 Jahren nicht mehr gesehen hatte, durch Georgetown spazieren und...ich wollte das White House von innen sehen...


Im Inneren durfte natürlich nicht fotografiert werden. Aber ich weiß jetzt genau, welcher Präsident von welchem Porzellan gegessen hat - jahaa!

Hat alles geklappt und als unerwartete Zugabe hatte ich dort sogar Gelegenheit, die Hunde des Präsidenten zu streicheln. Jawohl!


Sind die nicht süß?

Aber.... es kam noch besser!

Was ich mir vor der Reise nämlich völlig verkniffen hatte, waren jegliche Pläne, die mit dem Thema Quilten zu tun hatten. Zum einen hat meine Freundin damit nichts am Hut - sie lässt sich nur sehr gern welche schenken :O) - und zum anderen hätte ich eh nicht wirklich gewusst, womit ich da am besten hätte anfangen sollen. Also habe ich mich mit diesem Thema gedanklich gleich gar nicht auseinandergesetzt.
Nun, manchmal kommt es dann doch ganz anders!

Eine gute Bekannte meiner Freundin ist selbst begeisterte Quilterin und sie bot mir an, mich auf die Quiltshow einer Quiltguild mitzunehmen, bei der sie Mitglied ist. Das war natürlich eine tolle Gelegenheit! Eine echte amerikanische Quiltshow - wow! - und das ganze völlig ungeplant. Ich war begeistert!

Neben vielen schönen Quilts, einer Menge Inspirationen und neuen Ideen konnte ich zum ersten Mal eine Longarm-Quiltmaschine ausprobieren.


Sehr spannend!

Kurz darauf bot sie mir an, mich auf den Yardsale derselben Quiltquild mitzunehmen. Bei einem solchen Yardsale werden flohmarktähnlich von den guild Mitgliedern Stoffe verkauft, die man selbst nicht mehr braucht oder haben möchte, ebenso Bücher, Lineale und überhaupt alles Mögliche, was eben mit dem Quilten zu tun hat. Die Stoffe werden in yards oder halfyards abgepackt angeboten und sind zu absoluten Superschnäppchenpreisen zu bekommen. Man muss natürlich ein bisschen Glück haben. Flohmarkt eben! Für heute sei nur gesagt, ich HATTE Glück und einige Stöffchen und auch Bücher fanden bei mir ein neues Zuhause.
Aber das eigentlich allernetteste an diesem Abend war der Teil, in dem der Club sich versammelte und ein paar anliegende Themen besprochen werden sollten. Zuerst begrüßte die Präsidentin alle, vor allem neu dazugekommene und jeder Neuankömmling stand auf, stellte sich mit ein paar Worten vor und alle freuten sich über die neuen Gesichter. So - und plötzlich war ich an der Reihe und alles schaute mich erwartungsvoll an. *schluck*
Kurz und gut, ich stellte mich vor und erzählte ein bisschen, woher ich komme und was mich zu ihrem Treffen verschlagen hat und ...alle freuten sich!
Ich kann gar nicht wirklich wiedergeben, wie herzlich diese Ansammlung mir völlig fremder Damen aller Altersgruppen mich aufgenommen hat. Auch wenn es nur für einen Abend war. Die Sympathie kam so unerwartet und überzeugend, es hat mich absolut mitgerissen. Und mit allen teilte ich eines meiner liebsten Hobbies - es war fantastisch! So schön!
Nach dem Abhandeln der anliegenden Themen, gab es noch eine Runde "Show & tell", was ich bis dahin natürlich auch noch nicht kannte: Wer will, kann bei dieser Gelegenheit zeigen, was er gerade in Arbeit oder vollendet hat und falls es gibt, auch eine Geschichte dazu erzählen. Ich war völlig hin und weg!

Und dann...zwei Tage später, wurde ich nochmals zu einem Quiltguild-Treffen mitgenommen. Diesmal war eine Gastrednerin eingeladen, Linda Warren , die über eine ihrer Schablonen einen Vortrag hielt und Beispielquilts zeigte.

Und im Anschluss an den Vortrag gab es dann eine Runde des bereits erwähnten "Show & tell", auf das ich diesmal vorbereitet war. Ha! Ich hatte den Quilt mitgenommen, den ich für meine Freundin genäht hatte. Oh, Junge! Es war so cool! Ich kann es nicht anders beschreiben: Eine ganze Menge Leute, die alle interessiert waren, Fragen gestellt haben und Fotos machten. ICH... bei einem ECHTEN amerikanischen "Show & tell"!!!



Bitte entschuldigt die grottigen Fotos - das Licht war miserabel!

So angefüllt mit neuen Eindrucken und schönen Erlebnissen diese zwei Wochen waren - dieses Quiltguild-Treffen gehört zu meinen persönlichen highlights!

Quilter's paradise eben!

Sonntag, 28. September 2014

Chiffon oder wie man die (Stoff-)Pest besiegt!

Obwohl ich mir schon mehrfach geschworen habe, NIE wieder einen Chiffon in die Hand, bzw. unter die Nadel zu nehmen, werde ich doch immer wieder schwach. Fast ist es so ein bisschen wie beim Kinder kriegen: Kurz danach ist man fest davon überzeugt, dass man so eine Geburt nicht noch einmal braucht, aber ist ein bisschen Zeit vergangen, hat man auch schon wieder alles vergessen und/oder verdrängt....jaja....

Ganz unter dem Einfluss des o.g. Mechanismus habe ich auf dem Stoffmarkt in Würzburg gleich 3x zum Chiffon gegriffen und konnte es selbst kaum glauben, als ich zuhause dann meine Schätze ausgepackt habe. Was hatte ich mir nur dabei gedacht?! Ganz offensichtlich NIX! Hatte mich einfach von den Mustern und Farben einwickeln lassen und ohne nachzudenken eingekauft. Nun hatte ich den Salat!

Ganz beherzt - vielleicht auch, um das Schlimmste möglichst schnell hinter mich zu bringen - habe ich mir den ersten Chiffon gegriffen und noch einmal eine Tunika nach dem Burda Einzelschnitt Nr. 7659 - wie hier schon einmal - genäht.
Und prompt war sie da wieder: Die Frustration, die mich beim Chiffonverarbeiten IMMER überwältigt. Diesem Material ist einfach mit normalen Mitteln nicht beizukommen.
Es bleibt nicht liegen, wie es soll,
verzieht sich auf dem Tisch allein schon beim bloßen Hinsehen,
niemals sind zwei gleiche Teile auch tatsächlich gleich nach dem Zuschnitt,
keine Nadel hält richtig in diesem weichen Gewebe,
nicht mal Heften führt zu einem 100%igen Ergebnis, wie man es sich wünscht....
kurz gesagt: Chiffon ist für mich echt die Pest!

Auch wenn die Tunika letztlich einigermaßen tragbar geworden ist,...

...die Angst und der Unwille vor dem nächsten Stöffchen dieser Art, saß mir bereits im Nacken.

Und just in diesem Moment, startete Frau machwerk ihre Chiffonbändigungsversuchsreihe!
Dankbar ihren Erkenntnissen folgend, habe ich meine beiden verbliebenen Chiffons ebenfalls mit Hoffmann's Stärke präpariert. Ich habe 5m Chiffon in einer Mischung aus 1,5 Liter Wasser mit 180ml Stärke gebadet, was ich beim nächsten Mal etwas ändern würde. Zum einen würde ich das Mischverhältnis etwas zugunsten der Stärke verändern, also 180ml auf 1 Liter Wasser geben und dann würde ich nur so viel Stärke/Wassergemisch auf die Stoffe geben, bis sie durchfeuchtet sind, aber ohne, dass sie in Flüssigkeit schwimmen. Letztlich hatte ich dieses ganze Stärkegesabbsche nämlich nur in meiner Waschküche auf dem Boden und da braucht man's ja nun eigentlich wirklich nicht. Vermutlich hätten ein halber Liter Wasser + 90ml Hoffmann's völlig gereicht.

Fakt ist, dass der nach dieser Behandlung fadengerade aufgehängt und getrocknete Chiffon plötzlich ganz handzahm ist! Ja-haaa, völlig einfach zu verarbeiten. Nix glibscht mehr weg, die Nadeln halten wesentlich besser, Schrägbänder lassen sich problemlos zuschneiden - es ist ein Traum!

Also dann - ich geh mal weiter frustfrei Chiffonblüschen nähen und mich freuen!

Donnerstag, 25. September 2014

Ottobre Herbst"Wind"

Nachdem ich schonmal dabei bin zu zeigen, was aus den Stoffen vom letzten Stoffmarkt geworden ist, hier also gleich das zweite Teil:
Wieder einmal ein Tunikashirt nach dem einfachen und bewährten Ottobre Schnitt aus der Ausgabe 2/2009.

Einfach sollte der Schnitt sein, weil dieser doppellagige feine Jersey für meinen Geschmack keinen komplizierten Schnitt verträgt, sondern lieber ganz allein für sich wirken soll. Ganz nach dem Motto "weniger ist mehr".
Und bewährte Schnitte haben den Vorteil, dass damit wenig schief geht und mit diesem Schätzchen von Stoff wollte ich Katastrophenüberraschungen tunlichst vermeiden - wäre einfach zu schade gewesen.

Zuerst wollte ich dem Shirt zur Abwechslung einen weichfallenden, weiten, großen Kragen verpassen. Dann habe ich allerdings glücklicherweise noch rechtzeitig überschlagen, dass mir dafür der Stoff wohl nicht reichen würde. Aus der Not heraus bin ich also vom Kragen zum Loop gewechselt und habe dafür den gesamten noch vorhandenen Reststoff vom Shirt, sowie einen gut abgelagerten Rest schokoladenbraunen Nicky bis auf den letzten Fitzel verbraucht. SO liebe ich das!

Einzige Änderung am Schnitt: Den flachen Ausschnitt habe ich an beiden Seiten ca. 3cm kleiner gemacht - also die Schultern damit je ca. 3cm breiter - denn beim Original bin ich häufig am BH-Träger-Verstecken und das ist lästig!

Die Lösung mit dem Loop finde ich nun sogar viel besser - und anpassungsfähiger an verschiedene Temperaturen - als den ursprünglich geplanten Kragen!

Ein ganz dickes Dankeschön an dieser Stelle an Frau machwerk, die wunderbar und fleißig fotografiert hat!

Mittwoch, 24. September 2014

It's a fit Shirt - Modell No. 1050

Wie Frau machwerk schon berichtete, waren wir auf dem vergangenen Stoffmarkt in Würzburg. Ein paar der dort erstandenen Stöffchen habe ich mittlerweile bereits verarbeitet.

Aus einem Coupon sehr fludderigem Viskosejersey entstand ein Shirt nach einem It's a fit Schnitt.

Genau meine Farben zwar, aber in der Verarbeitung etwas haarig. Sehr weich, sehr dehnbar und überhaupt...
Zeitweise war ich kurz davor, das ganze Teil in die Tonne zu verbannen.

1.) habe ich für den Kragen eine zu steife Vlieseline verwendet.
2.) schien es zeitweilig unmöglich, besagten Kragen ohne Faltenbildung auch nur halbwegs passabel fertigzustellen
3.) habe ich den Jerseystreifen, den ich an die Ausschnittkanten zur Versäuberung genäht habe, mit einem braunen Faden in der Ovi versäubert.
4.) habe ich diesen besagten Streifen beim Annähen einen Tick zu sehr gedehnt, so dass er sich nach dem Feststeppen mit der Wellennaht meiner Bernina immer umklappte, was
5.) in der Kombination mit der auffälligen Versäuberungsnaht einfach völlig unschön war, zumal man den Versäuberungsstreifen im oberen Bereich in der Nähe des Kragens ja immer sieht, was wiederum
6.) dazu geführt hat, dass ich die versäuberte Kante des Streifens letztlich dann wieder abgeschnitten habe, um zu guter Letzt dann doch noch ein tragbares Kleidungsstück aus diesem gefühlten Katastrophenteil zu machen.

Puh! Das war knapp!

Fazit: Das Ergebnis kann ich nun doch SEHR gut leiden und der Schnitt ist eine Wiederholung wert - zumal die gemachten Erfahrungen beim nächsten Mal sicher hilfreich sein werden...

Meine Stoffmarktbeute umfasst unter anderem auch 3 (DREI!) Chiffonstöffchen, die Frau machwerk liebevoll als Fall für die Giftkiste bezeichnet - wobei ich ihr nur zustimmen kann! - und wovon ich bereits eines (unter entsprechendem Fluchen und Absingen wüster Lieder) verarbeitet habe.
Davon allerdings an anderer Stelle mehr, denn zum Thema Chiffonverarbeitung hat Frau machwerk demnächst ja vielleicht einen interessanten Post, dem ich mich dann zu gegebener Zeit thematisch anschließen werde. Ha!

Donnerstag, 22. Mai 2014

ARYA aus dem Hause "machwerk"

Dieser nette neue Taschenschnitt hat mich regelrecht mitgerissen! Anstatt eine Tasche zur Probe zu nähen, wie Frau machwerk mich gebeten hatte, wurden es gleich drei! Und das will bei mir etwas heißen, wo ich in puncto Taschen doch eigentlich weitestgehend monogam lebe.

Gebeten hatte mich die Meisterin um ein gequiltetes Exemplar ihrer neuesten Kreation. Gefragt, getan: Einen Arya aus Leinen, mit all-over-stippling.

Doch dann hatte mich der Arya-Virus voll im Griff und es folgten am selben Wochenende noch eine Variante aus Kunstleder...(das Material habe ich bereits vor ein paar Jahren mal über ebay gekauft)

...und eine aus einem dicken, gewebten Dekostoff mit coolem Zeitungsprint.

Bei der Ausgestaltung des Innenlebens der drei Taschen habe ich mich etwas zurückgehalten, deshalb waren meine Aryas dann auch in - für mich - rekordverdächtiger Zeit fertig. Sehr sympathisch!

Die Arya ist sehr unkompliziert zu nähen und mit ihrem Origami-Faltcharakter ein echtes Schätzchen, was das Aufwand:Wirkungs-Verhältnis betrifft, denn für die etwas bequemen Taschennäherinnen unter uns sei besonders lobend erwähnt, dass diese Tasche mit ihren absolut wenigen Einzelteilen wirklich zum Mehrfachnähen anregt :O)

Die einzigen Problemchen beim Nähen hatte meine Maschine bei der Kunstledertasche beim Absteppen der Außenkante des Taschendeckels. An den Stellen mit den zwischengefassten Laschen für die Taschengriffe musste die Nadel durch immerhin 8 (acht!) Lagen Kunstleder und darüber habe ich mein Maschinchen dann mit von Hand gedrehtem Antriebsrad dirigiert, um eine abgebrochene Nadel zu vermeiden. Grenzwertig - sehr grenzwertig! Der eine oder andere Stich wurde dann leider doch ausgelassen, aber im großen und ganzen bin ich mit dem Ergebnis zufrieden.

Etwas tricky war beim gequilteten Modell das Annähen der Taschenhenkel von Hand. Wegen des diagonalen Reißverschlusses, sind zwei der vier Kontaktstellen von Tasche und Henkeln einigermaßen schwer "zugänglich". Aber mit etwas Geduld und einer ordentlichen Portion Augenmaß wurden die Henkelenden dann letztlich doch dort platziert, wo sie hingehören. Besser gefällt mir persönlich jedoch die Variante mit den austauschbaren Henkeln, die mit Karabinern befestigt werden.

Mein Fazit: Eine schnell und relativ einfach zu nähende Tasche. Mit ihrem überraschenden Faltfaktor ein toller Hinkucker!
Cool - wirklich sehr cool!

Freitag, 25. April 2014

Blockstreifen - mal anders

Während des schönen langen vergangenen Osterwochenendes kam ich endlich dazu, ein Stoffschätzchen vom diesjährigen Frühlingsstoffmarkt in Ludwigsburg anzuschneiden: Ein graugrundiger feiner Jersey, mit teils eingestrickten, teils lose hängenden Jerseystreifen in petrol und Brauntönen.
Was daraus werden sollte, wusste ich von Anfang an: ein ganz schlicht geschnittenes Shirt, nach dem bereits bewährten Ottobre Modell Nr.2 "Wind" in der Ausgabe Frühling/Sommer 2009.

Wie geplant, so nun geschehen.
Die lose flatternden Streifen erlaubten beim Zuschneiden kein Zusammenlegen auf Stoffbruch, zu groß wäre das Risiko gewesen, dass Streifen nicht da zu liegen kommen, wo sie sollen und dann verschnitten werden. Also habe ich alles aus einlagigem Stoff zugeschnitten.
Das Modell "Wind" eignet sich für gestreifte Stoffe besonders gut, da der Shirtsaum schnurgerade dem Streifenmuster folgen darf und man beim Zuschneiden somit nicht auf den Streifenverlauf achten muss.

Die nächste Schwierigkeit bot der Stoff dann beim Zusammennähen. Im Grunde sah ich nur eine Möglichkeit, die flatterigen Streifen davon abzuhalten, ein Eigenleben zu entwickeln und der Naht bei jeder Gelegenheit zu entschlüpfen: Entlang aller Kanten habe ich die losen Schmalseiten der Streifen knappkantig innerhalb der Nahtzugaben mit einem farblich passenden Garn festgeheftet. Anschließend stellte die Verarbeitung kein Problem mehr dar!

Mein "Wind"Shirt ist genau so geworden, wie ich es mir erhofft hatte: sehr gemütlich und durch den Stoff ein bisschen was besonderes.

Den Ausschnitt habe ich wieder mit einem Beleg aus Webstoff genäht - für mich nach wie vor die beste Methode, einer schnellen, sauberen und formstabilen Ausschnittverarbeitung. Die Armabschlüsse bekamen ein schmales Bündchen - ebenfalls eine schnelle und saubere Lösung.

Alles in allem ein sehr unkompliziertes Shirt, für das ich nur aufgrund der zu bändigenden Streifen ungefähr doppelt so lang gebraucht habe, wie üblicherweise :O)

Mal sehen, vielleicht ist noch genug Stoff für eine kurzärmlige Variante übrig...

Montag, 14. April 2014

Gewickelte Punkte

Die Große hat sich auf dem letzten Stoffmarkt in Ludwigsburg zwei schöne Punktestöffchen mitgenommen und sich einen Schnitt aus einer 2007-er Burda ausgesucht. Nach genauerem Hinsehen, erwies sich der Schnitt als ein klein bisschen komplizierter, als sie sich das vorgestellt hatte und so habe ich das Shirt dann zu Ende genäht, nachdem sie die (lästige) Vorarbeit geleistet hatte: Schnitt kopieren und Stoff ausschneiden...

Nun freut sie sich über das neue Shirt und ich mich darüber, dass ich mal wieder was für sie nähen durfte :O) Wird ja immer seltener.